Überlegungen zum Hochwasserschutz

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Überflutete Straßen, umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und verstopfte Gullis: Der  Starkregen am 20. Juni sorgte für bange Momente im Stadtgebiet und insbesondere in Wengern sorgte das durch den Starkregen verursachte Hochwasser für einige Stunden des Ausnahmezustands. Wie kann man sich zukünftig besser vor diesen Folgen schützen? Entsprechende Maßnahmen, etwa die Schaffung neuer Retentionsräume, möchte die Stadt gemeinsam mit den Anwohnern erarbeiten, so Bürgermeister Frank Hasenberg: „Wir gehen auf die Bürgerinnen und Bürger zu und wollen mit Ihnen konstruktiv ins Gespräch kommen. Einen besseren Schutz vor ähnlichen Unwetter-Ereignissen können wir nur gemeinsam, im Konsens mit den Anwohnern erarbeiten.“
Bei dem Starkregen am 20. Juni wurden Bilder, die man sonst eigentlich nur aus dem Fernsehen kennt, zur traurigen Realität. Im Bereich der Straßen und Gehwege entstand ein Schaden von 75.000 Euro, die Kosten der Maßnahmen an Bachläufen – insbesondere an der Elbsche und der Schmalenbecke – liegen im Bereich zwischen 50.000 und 70.000 Euro.
Die Feuerwehr Wetter war mit allen Kräften im Einsatz, das Technische Hilfswerk war vor Ort und die Anwohner kämpften mit Schaufel und Eimer gegen die Wassermassen. „Für die harte und aufopferungsvolle Arbeit bei diesem Ausnahmeereignis möchte ich allen Einsatzkräften ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön aussprechen“, so Bürgermeister Frank Hasenberg.
Auch die Mitarbeiter des Stadtbetriebes waren vor, während und auch noch lange nach dem Starkregen-Ereignis zahlreich und tatkräftig im Einsatz. „Das gilt insbesondere auch für die Arbeit im Vorfeld. Wir haben aufgrund des angekündigten Unwetters die entsprechenden Einläufe der Kanäle und Bachläufe kontrolliert“, so Ulrich Conrads vom Stadtbetrieb. Gegen ein Starkregen-Ereignis in einer Dimension wie vom 20. Juni ist aber leider die beste Kontrolle und Vorsorge machtlos: So meldete die Regenmessstation Am Böllberg am 20. Juni zwischen 13 und 14 Uhr einen Niederschlag von 75,7 Litern pro Quadratmeter. Einen entsprechend hohen Wasserstand führten daher die Elbsche und die Schmalenbecke in Wengern an diesem Tag.
Wie kann man sich zukünftig besser vor ähnlichen Ereignissen schützen? Bereits im Jahr 2004 gab der Stadtbetrieb ein Gutachten zum Hochwasserschutzkonzept in Auftrag, welches sich mit dem Gewässersystem der Elbsche und ihrem Nebenbach Schmalenbecke beschäftigte. „Aus der Auswertung der Pegel und weiterer Messungen hat das beauftragte Ingenieurbüro den Hochwasserabfluss für ein 100-jähriges Hochwasserereignis berechnet“, so Conrads. Eine Konsequenz aus dem Gutachten war etwa der Einbau von Rechen und Gittern in Teilbereichen der Elbsche und der Schmalenbecke, um die Gefahr der Verstopfung der Einläufe durch Laub und Totholz zu verhindern. „Das wollen wir in Zukunft noch verstärken“, erklärt Conrads. Natürlich werden diese Rechen und Gitter auch regelmäßig durch den Stadtbetrieb kontrolliert. Eine weitere Entlastung der Elbsche brachte im Jahr 2008 der Bau des Regenrückhaltebeckens oberhalb der Elbsche. „Beim alten Regenüberlauf wurden bei Starkregen noch rund 1150 Liter pro Sekunde in die Elbsche abgegeben, mit dem Rückhaltebecken konnten wir das auf 105 Liter pro Sekunde minimieren.
Eine andere Maßnahme, um die Folgen eines Starkregens zu verhindern: Zweimal im Jahr baggert der Stadtbetrieb den Bereich unterhalb des Leimkastens aus, in dem Elbsche, Schmalenbecke und Opfersiepen zusammenfließen.
Um den Hochwasserschutz weiter zu optimieren, plant der Stadtbetrieb derzeit den Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens in Albringhausen. „Wir halten es für durchaus sinnvoll, weitere Retentionsräume zu schaffen, also Areale, die bei Hochwasser überflutet werden können und somit zur Senkung des Wasserpegels der Bäche und Flüsse beitragen“, so Baufachbereichsleiter Manfred Sell. „Wobei aber klar sein muss, dass wir für eine solche Maßnahme auch private Grundstücksflächen brauchen.“ Mögliche Ideen möchte die Stadt im gemeinsamen Gespräch mit den Anwohnern klären. „Wir haben großes Verständnis für die Interessen der Anwohner und hoffen, dass wir in konstruktiven Gesprächen eine gemeinsame Lösung entwickeln können, die im Hinblick auf den Schutz vor ähnlichen Unwetter-Ereignissen wie am 20. Juni  dann allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt“, so Hasenberg.

Stichwort natürlicher Hochwasserschutz: In diesen Rahmen gehört übrigens auch das „Konzept zur naturnahen Entwicklung der Fließgewässer“ (KNEF). Dabei geht es um die naturnahe Entwicklung sowie die nachhaltige und ökologische Entwicklung der Fließgewässer im Stadtgebiet. Die Stadt Wetter (Ruhr) fühlt sich diesem Ziel verpflichtet.

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