Friedhof Gartenstraße wird zum „Park der Ruhe“

Diese Montage zeigt, wie der Eingangsbereich künftig aussehen soll. Foto: Daniela Brand

Viele Friedhofsträger setzen sich derzeit mit der Frage auseinander, ob und wie dem Wandel in der Friedhofs- und Bestattungskultur am besten begegnet werden kann. Hierzu zählt auch, den Friedhof nicht nur als Begräbnisstätte und als Ort der Trauer und Erinnerung wieder mehr in die Mitte unserer Gesellschaft zu rücken. „Die Begegnung mit dem Thema Sterblichkeit hält so manchen von einem Besuch ab,“ glaubt Stadtbetriebsvorstand Ludger Willeke, „dabei hat der Friedhof an der Gartenstraße noch viel mehr zu geben.“
Der städtische Friedhof ist zugleich ein Ort der Toten und der Lebenden, dient also nicht nur als Friedhof, sondern bietet auch als Parkanlage, die Möglichkeit zur Erholung und zum Spazieren gehen an. Mit seinen vielen schönen Ecken und Ausblicken, mit seiner Vielfalt an Blumen, Büschen, Bäumen und historischen Gräbern wird der Park von den Bürgern als Erholungs- und Rückzugsort, für Spaziergänge und als Ort der Ruhe und Begegnung genutzt und geschätzt. Das soll der Friedhof künftig auch im Namen tragen: „Park der Ruhe“. „Wir wollen mit diesem Namen noch stärker die doppelte Funktion dieses 5 ha großen Friedhofes darstellen“, erläutert Ludger Willeke. Am Eingang, in Informationsbroschüren, im Schriftverkehr und im Internet wird ein von der Kommunikationsdesignerin Daniela Brand aus Hagen entwickelter Schriftzug künftig für den „Park der Ruhe“ werben. Mit einer Kombination aus einem Baum, einer Blume und einem Kreuz steht auch das den Schriftzug begleitende Bildsymbol für die Dualität dieses Ortes. Dabei soll die Verspieltheit des Schriftzuges der Thematik „Friedhof“ die Schwere nehmen. „Vielleicht gelingt es uns mit diesem Konzept, den Zugang zu unserer Bestattungskultur wieder etwas zu öffnen.“ Das Mitarbeiterteam des Stadtbetriebes hat sich aber noch mehr ausgedacht: Geplant sind etwa ein Leitsystem und Informationsstelen, welche die vielen Besonderheiten der Anlage in Text und Bild darstellen und zum Spazieren gehen, Verweilen und Entdecken einladen.

Der "Kieferngarten", das neue Urnengemeinschaftsfeld. Foto: Daniela Brand

In Hinblick auf die gestiegene Nachfrage nach pflegefreien Urnengräbern hat der Stadtbetrieb sein Angebot ebenfalls erweitert: „Kieferngarten“ heißt das neue  Urnengemeinschaftsfeld. In unmittelbarer Nähe zur Kapelle, im Schatten zweier Kiefern, hat Egbert Feuerstack, Grünflächenplaner des Stadtbetriebes, ein themenbezogenes Grabfeld geschaffen: „Hier bieten wir in einem besonderen Rahmen eine würdevolle Alternative zum anonymen Grab.“ Die Namen der Verstorbenen finden sich an einer zentralen Stelle auf einer großen Kreuzstele oder einem Holzgrabmal wieder. Auch ein namentliches Grab mit einem individuell beauftragten Grabstein ist in diesem Bereich möglich. Für die Hinterbliebenen sind die Gräber „pflegefrei“. Schon mit Erwerb des Nutzungsrechtes wird die Pflege für die gesamte Laufzeit beauftragt und abgerechnet.

Wer sich über das neue Angebot informieren will, kann das bei der Friedhofsverwaltung des Stadtbetriebes tun: Wasserstraße 18, 58300 Wetter (Ruhr), Tel. 840-608.

zurück