Angebote zur Einsparung dürfen nicht ausgenutzt werden

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Der Bioabfall soll stärker energetisch genutzt werden und die Bürger mehr auf die richtige Mülltrennung achten. Das sind zwei Kernpunkte des von der Landesregierung geplanten  Abfallwirtschaftsplans. Privathaushalte in NRW sollen nach diesem Plan, der als Gesetzentwurf im Sommer dieses Jahres im Landtag eingebracht werden soll, künftig mehr Biomüll sammeln.
Der Stadtbetrieb weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Abfall- und Gebührensystem in Wetter bereits sehr viele Anreize zur Müllvermeidung und Mülltrennung bietet.
Mit dem sogenannte „Identsystem“ werden die Leerungen festgehalten. So sind eine differenzierte Abrechnung, beziehungsweise Minderleerungen beim Restabfall möglich. Geringe Mindestbehälter-Maßstäbe sind eine weitere Einsparmöglichkeit: So können bis zu sechs in einem Haushalt lebende Personen gemeinsam eine 60 Liter – Tonne nutzen, in anderen Städten ist dieser Maßstab doppelt so hoch. Auch mit Abfallgemeinschaften und der Möglichkeit der Kompostierung können Bürgerinnen und Bürger sparen. Natürlich gilt auch: Eine konsequente Mülltrennung kann zu deutlich weniger Restmüll führen
Stadtbetrieb – Vorstand Ludger Willeke: „Unsere Erfahrungen haben vielmehr gezeigt, dass nicht das Fehlen, sondern das Ausnutzen der vorhandenen Regelungen und Ausnahmemöglichkeiten zum Problem geworden sind.“ Immer wieder stellen Mitarbeiter des Stadtbetriebes fest, dass der geringe Maßstab ausgenutzt wird, und die Tonnen mit hoch stehenden Deckeln überfüllt an die Straße gestellt werden. Manche „Sparfüchse“ steigen auch aus dem Sammelsystem der Biotonnen aus, um in den Genuss der 100 – prozentigen Ermäßigung für die Eigenkompostierung zu kommen – eine vollständige Kompostierung ist allerdings eher fraglich.
Natürlich ist es nachvollziehbar, dass für viele Bürgerinnen und Bürger die Tonne vor Ort der optische Maßstab dafür ist, ob das Volumen und damit die Gebühren optimal ausgenutzt wurden. Kleinere Tonnen würden allerdings zusätzliche Kosten für die Anschaffung bedeuten und aufgrund der vielen vom Tonneninhalt unabhängigen Leistungen und Kosten würden die Gebühren pro Tonne steigen. Kurz: Kleinere Tonnen bedeuten nicht automatisch geringere Gebühren.
Bei der verständlichen Frage „Hat sich für mich jeder Euro Abfallgebühr ausbezahlt?“ wird allerdings schnell außer Acht gelassen, dass nicht nur die Kosten für die Leerungen und die Müllentsorgung mit der Tonne verrechnet werden, sondern – ganz unabhängig vom Befüllungsgrad - auch zusätzliche Leistungen wie Tonnentausch, Abfallberatung, Sondermüll und Medikamentenentsorgung, das Wertstoffland, öffentliche Papierkörbe, Umladeanlagen und Containerstandorte bereit gestellt werden. Dieses umfangreiche Leistungspaket, von dem nahezu alle Bürger profitieren, beinhaltet darüber hinaus auch den Abfallkalender, Internetangebote auf der Homepage des Stadtbetriebes und das Servicebüro an der Wasserstraße 18.
Auch die Vorstellung, dass der Betrieb von Biogasanlagen zu niedrigeren Abfallgebühren führt, kann nicht erwartet werden. Zwar wird der Biomüll dort entsprechend umweltfreundlich vergärt und dabei auch Strom erzeugt, aber die Anlage will auch erst mal finanziert und ausgelastet sein. Zudem bleibe, so Willeke, auch die Entwicklung der Restabfallkosten unter dem Gesichtspunkt der Anlagenauslastung abzuwarten.
„Vielleicht müssen wir die angesprochenen Ausnahmeregelungen überdenken, damit diejenigen, die sich umweltbewusst verhalten, nicht zweifeln“, resümiert Ludger Willeke. „Insgesamt aber gilt, dass der Stadtbetrieb bereits genügend Anreize zur Müllvermeidung und Mülltrennung bietet. Diese Möglichkeiten zur Einsparung müssen von den Bürgerinnen und Bürgern ehrlich genutzt werden.“

Bild: Gabi Schoenemann / pixelio.de

 

 

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